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Über die ersten Arbeitstage

 Hallo liebe Leser/-innen,

 

momentan habe ich kaum etwas zu tun, hier und da, soll ich mal eine Akte kopieren und was einscannen und auf die Website packen, aber so im Allgemeinen ist es hier momentan echt ein bisschen langweilig. Ich denke aber, dass das in irgendeiner Art und Weise auch mal dazugehört
Nebenbei guck ich immer ein bisschen im Internet rum und informiere mich über Work & Travel Aufenthalte in Neuseeland oder Kanada :D
Und wenn ich hier so sitze und tippe, sieht es ja wenigstens von außen so aus als hätte ich was zu tun^^

Walter ist immer noch nicht hier, entweder hat er einen Termin mit O. (Dem Dolmetscher) bei irgendeiner Familie oder er kommt mal wieder zu spät. Mit der Zeit nimmt das hier eh keiner so genau. Bzw. es rastet niemand aus, wenn man mal zu spät kommt, dann hängt man das halt einfach hinten dran. Das Arbeitsverhältnis hier ist sowieso total gelassen. Ich sitze in einem Büro mit Anna und Walter und zur Hälfte auch mit Saskia und bekomme von den Anderen gar nicht so viel mit... Ab und an kommt Igor rein (Ein ziemlich lockerer Mensch, fast noch lockerer als Walter XD ) und hat Arbeit für Anna (Ich finde er könnte ja auch mal was für mich haben... obwohl gestern durfte ich ja seine Akte kopieren )
Ja okay, ich sollte mich nicht beschweren.

Am besten berichte ich einfach ein bisschen was von meinen ersten Tagen auf der Arbeit:

Noch bevor ich mit meinem Bundesfreiwilligendienst im Familienzentrum begonnen hatte, musste ich zu einer Art Vorstellungsgespräch erscheinen, obwohl eigentlich schon klar, dass ich dort anfangen kann. Ich stellte mich also vor und es wurden einige Sachen besprochen. Mir wurde gesagt, dass ich 175€ im Monat für meinen Bundesfreiwilligendienst ausgezahlt bekomme, was mich sehr gefreut hat, weil so ein Dienst unter Umständen auch unbezahlt sein kann. Nach den Sommerferien ging es dann los. Ich hatte direkt sehr viel Spaß bei meiner Arbeit und mir wurde alles gezeigt, was wichtig ist (Büros von anderen Mitarbeitern, andere Gebäude und und und). Bei meiner ersten Aufgabe sollte ich mich mit der Scannermaus (Ihr wisst schon diese Computermaus mit dem Scangerät unten dran) vertraut machen und später dann gefühlte 20 Dorfzeitungen durchblättern, Artikel einscannen und schlussendlich zwischen "Termine", "Aktuelle Mitteilungen" und "Was war" unterscheiden und auf der Website einfügen. Dafür habe ich "nur" knapp zwei Wochen gebraucht und naja danach wurde die Arbeit auch schon etwas weniger. Zwischendurch musste ich Mitteilungen an Ausbildungsbetriebe in der Region (wegen einer Ausbildungsplatzbörse) in Briefumschläge eintüten, nach Postleitzahlen sortieren und anschließend zur Post bringen und das ganze durch eine Frankiermaschine laufen lassen. Und einmal sollte ich Spielgeräte für zwei neue Spielplätze aus Katalogen raussuchen, Bedingung: Für jeden Platz hatte ich nicht mehr als 15.000€ Budget. Das war relativ einfach machbar, nachdem ich einen Tag gebraucht habe um die Preislisten zu durchschauen, habe ich mir noch einen weiteren Tag Zeit genommen, um daran zu arbeiten und dann war ich auch schon fertig. Ergebnis: Es war Mittwoch und ich hatte bis Freitag Zeit, ergo: Zwei Tage nichts tun. Diese zwei Tage und die Woche danach habe ich größtenteils 8h am Tag Happy Wheels gezockt und das Internet verlangsamt. (-> Walter hat seit den letzten Tagen kaum mehr Internet bzw die Verbindung springt dauernd raus. Ich bedaurere es, wenn das an mir liegt). Wo wir gerade von Walter sprechen: Er hat mich die ersten paar Tage mitgenommen zu ein paar Flüchtlingsfamilien. Einmal mussten wir diese morgens um zehn vor acht aus dem Bett schmeißen, weil die Kinder zum Kindergarten mussten. Erste Reaktion: "Wollt ihr noch auf einen Tee reinkommen?" Nein einfach nein, wir wollen mit euch zum Kindergarten :D Danach hatten wir alle ein Gespräch mit der Kindergartenleiterin, um ein paar Dinge zu klären, wie zum Beispiel kein Schweinefleisch im Essen und wann die Kinder da sein und wieder abgeholt werden müssen (Es ist sehr wichtig gerade arabischen Familien sowas immer mal wieder zu erzählen, denn bei den meisten handelt es sich um chronische Zuspätkommer und sowas kommt natürlich richtig gut an). Dann sind wir mit der hochschwangeren Mutter von drei der Kinder wieder mit dem Auto zurück zur Wohnung gefahren, weil wir noch eine kleine Sache mit dem Vater abklären mussten (Der in der Familie logischerweise das Sagen hat). Dann wurden wir schon wieder auf einen Tee eingeladen und die beiden haben angefangen alles an "deutsche Verhältnisse" anzupassen. Sie haben die Matten vom Boden weggenommen und hinter eines von insgesamt drei Sofas geschmissen (Normalerweise betritt man den Raum nur barfuß und setzt sich dann auf eine der Matten die auf dem Boden rumliegen - auf denen übrigens auch geschlafen wird), dann einen kleinen Tisch aus der Ecke geräumt und ein gehäckeltes, weißes Deckchen darauf ausgebreitet. Während der Chai Tee noch etwas ziehen musste haben wir uns größtenteils nur angestarrt, weil O. der einzige war, der sich mit dem Familienvater auf arabisch unterhalten konnte. Ist ja ganz nett, wenn dann natürlich auch niemand deutsch kann außer Walter und ich. Ich persönlich halte das allerdings für ein bisschen, naja nicht asozial, aber so was in die Richtung. Denn man kann theoretisch über die Leute im Raum reden ohne, dass sie es merken, weil nicht alle dieselbe Sprache sprechen. Auf der anderen Seite hat O. genau das gleiche, nur halt auf arabisch, gemacht, von daher Nachdem wir also nur diese eine kleine Sache fragen und dann wieder zurück zum Kindergarten wollten, um die Antwort weiter zu geben, saßen wir eine halbe Stunde bei der Familie rum und haben Tee getrunken :D 
Das war meine erste Begegnung mit einer der Flüchtlingsfamilien. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die Art, wie sie mit bestimmten Dingen umgegangen sind oder umgehen sehr gefällt, ich finde, dass sie sehr locker und "gechillt" sind, was aber oft nicht mit dem deutschen Lebensstil zu vereinen ist. Solche Dinge wie dauernd zu spät zu kommen oder wichtige Termine einfach mal "zu vergessen", weil man gerne noch länger schlafen möchte, geht da natürlich nicht. Außerdem kommt es sehr oft vor, dass gerade die Männer sehr schlampig mit den Sachen umgehen, die im Koran stehen. Zum Beispiel, soll man keinen Alkohol trinken und obwohl die Nachbarfamilie sehr strenggläubig lebt, hat der Bruder des Familienvater ein gewaltiges Alkoholproblem. Das ist dann doch ein bisschen zu chillig^^ Außerdem kann ich den Mann (M.) der Familie bei der wir Tee getrunken haben nicht besonders leiden. Er ist sehr egoistisch und selbstverliebt und hat neben seiner Frau, die jetzt bei ihm lebt, noch zwei weitere in seinem Heimatland und angeblich eine neue in Deutschland. Darauf ist er sehr stolz, ich finde das unglaubich erbärmlich-.-

 

Momentan ist sogar Walter hier eingetrudelt (Eine Stunde zu spät XD) und ich sitze hier auch schon locker zwei Stunden an diesem Beitrag. Aber besser als nichts^^ In 40 Minuten gibts schon Frühstück *-* Ich schweife ab...
Das wars dann auch erstmal von mir.

31.8.16 09:42


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Einleitung - Um wen und was geht es hier eigentlich?

 

Hallo liebe Leser,

Ich möchte euch in diesem ersten Post meine Arbeit, während meiner Zeit als BufDi, kurz ein bisschen erklären und erste Infos zu den Personen geben. 

 

Seit dem 01.08.2016 leiste ich den Bundesfreiwilligendienst in einem Familienzentrum. Die Arbeit dort macht mir sehr viel Spaß, denn sie ist sehr vielseitig und durch die nahegelegene Nebenstelle für Arbeit und Soziales komme ich auch ab und zu in Kontakt mit Flüchtlingen, Asylsuchenden und generell jeglicher Art von Menschen, die vorhaben einen Antrag beim Amt zu stellen (wie zb. Arbeitslosengeld 2, Asyl oder Kindergeld etc.).
Die Vielseitigkeit und Vielschichtigkeit dieses Jobs spricht mich dabei besonders an, ebenso wie die ein oder anderen sehr lustigen Geschichten, die einem dort zu Ohren kommen oder passieren.(Es gibt aber auch einige über die man nur den Kopf schütteln kann...)

Auf Grund der Sprachbarrieren ist es nicht immer leicht mit Migranten und Geflüchteten zu kommunizieren, weswegen wir uns glücklich schätzen können, dass ein oder zwei, wenigstens ein bisschen Englisch können und bereit waren ehrenamtlich als Dolmetscher tätig zu sein und die Menschen bei u.a. Arzt- und Amtsbesuchen zu unterstützen. Die beiden Dolmetscher B. und O. übersetzen von Arabisch auf Englisch, sowie von Persisch auf Englisch und umgekehrt. Einer der Nepalesen beherrscht sogar die deutsche Sprache fließend.

Obwohl es nicht die Aufgabe des Flüchtlingsbetreuers ist, steht auch er z.B. per WhatsApp mit vielen der Flüchtlingen in Kontakt. Dabei wird er oft als "Babysitter" verwechselt, da erwartet wird, dass er auch bei kleineren und aus unserer Sicht geradezu unnötigen Dingen hilft oder einfach mal vorbeikommt und z.B. den Fernseher oder Rasenmäher repariert. Der Unterschied zwischen Wochenende oder Arbeitszeit ist dabei natürlich gar nicht vorhanden bzw. es wird schon in gewisser Weise vorausgesetzt, dass es einfach keinen gibt. Ein 24h Job also. Trotzdem sollte man erwähnen, dass längst nicht alle so sind, jedoch einige.

So naja, dass wars dann auch erstmal mit der Einleitung, jetzt habt ihr so ein bisschen die "Basics" kennengelernt.^^

Ich mache hier einmal eine Kurzliste mit, unter Umständen, mehr oder minder wichtigen Personen, die in einigen Geschichten wohl desöfteren vorkommen werden. Wie gesagt werde ich Kürzel/Abkürzungen oder andere Namen verwenden, um die Personen und ihre Identität zu schützen! Habt bitte Verständnis dafür!

 

Meine Chefin: Saskia
Der Flüchtlingsbetreuer: Walter
Die beiden Arabisch-Englisch Dolmetscher bzw Persisch-Englisch: B. und O.
Zuständig für Sozialleistungsanträge und Anderes: Anna, Paul, Kirsten, Patrick und Igor

Wie ihr  sehen könnt sind das momentan nicht so viele, unter Umständen verlängere ich die Liste noch oder führe einfach im Laufe der nächsten Blogeinträge neue Namen ein.

So und jetzt: Viel Spaß mit meinem Blog, gebt ruhig Feedback, wenn euch etwas besonders gut oder gar nicht gefällt. Ich bin dankbar über jede Kritik oder jeden Verbesserungsvorschlag

 

31.8.16 07:58


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